Neue Erkenntnisse der Universität Cambridge deuten darauf hin, dass die Wechseljahre mit Veränderungen der Gehirnstruktur sowie einem erhöhten Maß an Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen einhergeht. Die Forscher stellten bei Frauen, die die Menopause durchlaufen hatten, ein verringertes Volumen der grauen Substanz in mehreren wichtigen Hirnregionen fest. Die in Psychological Medicine veröffentlichte Studie untersuchte auch die Auswirkungen der Hormonersatztherapie (HRT). Die HRT schien diese Veränderungen im Gehirn oder in der psychischen Gesundheit zwar nicht zu verhindern, war jedoch mit einem langsameren Rückgang der Reaktionsgeschwindigkeit verbunden.
Die Menopause und ihre Symptome verstehen
Die Menopause ist jene Lebensphase, in der die Menstruation einer Frau aufgrund sinkender Hormonspiegel dauerhaft ausbleibt. Sie tritt meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein und geht oft mit Symptomen wie Hitzewallungen, Niedergeschlagenheit und Schlafstörungen einher. Frühere Forschungen haben auch einen Zusammenhang zwischen Menopause und Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten, darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprache, festgestellt.
Um die mit den Wechseljahren verbundenen Symptome, insbesondere Depressionen und Schlafstörungen, zu lindern, wird vielen Frauen eine Hormonersatztherapie (HRT) ans Herz gelegt. In England wurde im Jahr 2023 bei 15 % aller Frauen eine HRT eingesetzt. Trotz ihrer weit verbreiteten Anwendung haben Wissenschaftler noch immer nur begrenzte Erkenntnisse darüber, wie sich die Menopause und die HRT auf das Gehirn, die Denkfähigkeit und die psychische Gesundheit auswirken.
Eine groß angelegte Studie unter Verwendung von Daten der UK Biobank
Um diese Auswirkungen besser zu verstehen, analysierten die Forscher Daten aus der UK Biobank, an der fast 125.000 Frauen teilnahmen. Die Teilnehmerinnen wurden in drei Gruppen eingeteilt: Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren waren, Frauen, die bereits in den Wechseljahren waren und noch nie eine Hormonersatztherapie erhalten hatten, und Frauen, die bereits in den Wechseljahren waren und eine Hormonersatztherapie angewendet hatten.
Die Teilnehmerinnen füllten Fragebögen zu Wechseljahresbeschwerden, psychischer Gesundheit, Schlafgewohnheiten und allgemeiner Gesundheit aus. Einige absolvierten auch kognitive Tests, bei denen das Gedächtnis und die Reaktionszeit gemessen wurden. Darüber hinaus unterzogen sich rund 11.000 Frauen einer Magnetresonanztomographie (MRT), die es den Forschern ermöglichte, Unterschiede in der Gehirnstruktur zu untersuchen.
Das durchschnittliche Alter der Teilnehmerinnen bei Eintritt in die Menopause lag bei etwa 49,5 Jahren. Frauen, denen eine Hormonersatztherapie verschrieben wurde, begannen die Behandlung in der Regel im Alter von etwa 49 Jahren.








